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Darlingtonia californica

Allgemeines

Darlingtonia ist eine monotypische Gattung mit der einzigen Art Darlingtonia californica. Stewart McPherson Donald Schnells Monographie (McPherson, Schnell 2011) beschrieb Barry Rice eine weitere Unterart, Darlingtonia californica f. viridiflora. Diese Pflanze unterscheidet sich von der Nominalform dadurch, dass sie keinerlei Farbstoff besitzen und daher rein grün sind. Um die Verwirrung perfekt zu machen hat diese Pflanze außerdem auch den Kultivarnamen Darlingtiona californica 'Othello'.

Darlingtonia californica zählt zu den Fallgruben. Die Pflanze besitzt Schläuche, die rosettenartig aus dem Rhizom wachsen. Die Schläuche können eine Länge von 50-70cm erreichen. Der oberste Schlauchteil ist um 180° gedreht, so dass die Schlauchöffnung nach unten zeigt. An der Schlauchöffnung befinden sich dann zwei nach unten gerichtete Flügelleisten. Der Kopfbereich des Schlauches besitzt kleine hellere, fast durchsichtige Bereiche. Verirrt sich ein Insekt ins Schlauchinnere, so täuschen diese Fenster den Weg in die Freiheit vor. Erschöpft von den Versuchen, seinem Schicksal zu entkommen, fällt es schließlich in den Schlauch herab und dient von nun an der Pflanze als Nahrung.

Darlingtonia scheint nicht in der Lage zu sein eigenständig Verdauungsenzyme zu produzieren. Sie ist somit auf im Schlauch leben Bakterien angewiesen, die ihr bei der Zersetzung der Nahrung dienen.

Der Name dieser Pflanze hat eine interessante Geschichte. Entdeckt wurde sie 1841 von William Dunlop Brackenridge am Oberlauf des Sakramento-Rivers. John Torrey beschrieb sie schließlich 1853 und benannte die Gattung nach dem Botaniker Dr. William Darlington. Leider war dieser Namen allerdings bereits für eine Gattung der Mimosen vergeben. 1891 bemerkte Edward Lee Greene diesen Fehler und korrigiert ihn, indem er die Art in Chrysamphora californica umbenannte. Dieser Name konnte sich aber nie wirklich durchsetzen. Nachdem die Mimosengattung in eine andere Gattung eingegliedert wurde, entschied die IBC (International Botanical Congress) 1954 den Namen Darlingtonia wieder der Pflanze zu geben, die Torrey 1853 beschrieb. Seitdem ist der Name gültig. Der deutsche Namen Kobralilie bezieht sich auf die interessante Schlauchform der Pflanze. Die aufrecht stehenden Schläuche ähneln stark einer Kobra.


Vorkommen

Sie kommt, wie Sarracenia aus Nordamerika. Finden kann man sie dort an der Küste von Oregon und Kalifornien. Dort bewohnt Bergregionen, wo man sie an Flüssen und Bächen finden kann. Die Standorte sind alle durch starke näasse geprägt. Fast immer stehen sie in kühlen Fließwasser.

Kultur

Darlingtonia ist leider nicht ganz so einfach zu kultivieren, wie Sarracenia. Am Naturstand stehen die Pflanzen meist in kühlem, fließen Wasser. Diesem Umstand sollte man in Kultur etwas Sorge tragen. Die Pflanze kann durchaus hohe Temperaturen ertragen, solange die Wurzeln nicht zu heiß werden. Dies kann man z.B. durch die Verwendung von großen Tontöpfen erreichen.


Wie Sarracenia benötigt auch Darlingtonia eine Winterruhe. Während des Winters stellt die Pflanze das Wachstum vollständig ein. Ich überwintere meine Pflanzen zusammen mit meinen Sarracenia im auf 5°C geheizten Gewächshaus. Es soll Klone geben, die bei uns voll winterhart sind, hierzu fehlt mir aber selbst jegliche Erfahrung

Vermehrung

Vermehren lässt sich Darlingtonia über Samen. Damit der Samen keimt, benötigt er eine Kälteperiode. Ich säe die Samen meistens im Oktober im frostfreien Gewächshaus aus. Über den Winter stehen die Samen kalt und keimen im Frühjahr, sobald die Temperaturen höher werden. Die Samen keimen zufrieden stellend, wachsen dann aber nur sehr langsam weiter. Außer durch Samen lässt sich Darlingtonia noch sehr einfach durch Ausläufer vermehren. Größere Pflanzen bilden regelmäßig lange Wurzeln aus, an deren Ende sich neue Pflanzen bilden. Diese Wurzeln können durchaus mehrmals in dem Topf rund gelaufen sein, bevor eine kleine Pflanze an der Oberfläche erscheint. Diese Teilstücke lassen sich ganz leicht abtrennen und separat topfen. Als Substrat verwende ich eine Mischung von Sand/Torf/Perlite und Vermiculite. Darlingtonia lässt sich ohne Probleme umtopfen.

Schädlinge

Blattläuse gehören wohl zu den häufigsten Schädlingen. Daneben wurden meine Pflanzen auch schon von Woll- und Schildläusen sowie von Wurzelläusen befallen. Bei Befällen dieser Art ist Provado (Wirkstoof Imidacloprid) das Mittel meiner Wahl. Darlingtoni verträgt es problemlos.

Literatur

McPherson, S. & Schnell, D. 2011: Sarraceniaceae of North America, Redfern Natural History Productions Ltd., Poole

Bilder aus Kultur

Darlingtonia californica Darlingtonia californica Darlingtonia californica
Darlingtonia californica Darlingtonia californica Darlingtonia californica
 
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 Darlingtonia californica  
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